Wappen von Lichterfelde Lichterfelde Ost

Bahnhof Lichterfelde Ost

Einer der ältesten Bahnhöfe Berlins wird wieder voll aktiviert

Johann Anton Wilhelm Carstenn kaufte 1865 die Güter Giesensdorf und Lichterfelde. Er wollte, wie schon zuvor nach dem Kauf des 'Rittergutes Wilmersdorf', eine Villenkolonie für Berliner Bürger errichten, die nicht mehr in der lauten Stadt wohnen wollten.

Um diese Bürger den Kauf der von ihm angebotenen Grundstücke schmackhaft zu machen, schloss er einen Vertrag mit der durch sein Besitz fahrenden Anhalter Bahn zur Einrichtung eines Bahnhofes in Lichterfelde.

Die Bahngesellschaft sah aber keine ausreichende Nachfrage von Lichterfelde nach Berlin, und zurück, und so verpflichtete sich Carstenn, für eine bestimmte Anzahl von Fahrgästen an diesem Bahnhof zu garantieren. Bei einer Unterschreitung dieser Mindestanzahl an Fahrgästen hätte Carstenn eine Entschädigung an die Bahn zahlen müssen.

Um diese Zahlungen zu vermeiden, schenkte er dem preußischen Staat Gelände, auf dem auf seine Kosten die Hauptkadettenanstalt des Staates Preußen errichtet wurde

Von dem 1868 eröffneten Anhalter Bahnhof, später 'Lichterfelde Berlin-Halle' und 'Groß Lichterfelde Ost', fuhr ab 1881 die erste elektrische Straßenbahn der Welt.

Der Bahnhof wurde Anfang des 20. Jahrhunderts, wie auch die gesamte Bahnstrecke, höher gelegt, um bei den Kreuzungen mit den normalen Straßen Bahnübergänge, und damit Konflikte zwischen Bahn und Straßenbenutzern zu vermeiden.

Bahnhof 'Groß Lichterfelde Ost'

Ab 1903 fuhren im Versuchsbetrieb vom Bahnhof 'Groß Lichterfelde Ost' elektrische Vorortszüge zum 'Potsdamer Vorortbahnhof' in Berlin. Diese Züge fuhren ohne größere Störungen bis zur Umstellung dieser Strecke am 2. August 1929 auf S-Bahn-Verkehr, womit diese Strecke die älteste im 'Regelbetrieb' betriebene elektrische Vorortstrecke im Raum Berlin ist.

Die Geschichte eines auf dieser Strecke eingesetzten Wagens, der eigentlich für die U-Bahn-Linie 'Neukölln-Gesundbrunnen' (der heutigen U8) vorgesehen war, kann man auf der Seite http://www.chronik-berlin.de/bvg_s-bahnwagen531.htm nachlesen.

Der Bahnhof hatte bis zur Stilllegung des Fernverkehrs 1953/4 einen S-Bahn-, einen Regional- und einen Fernbahnsteig. Mit der Eröffnung des neugebauten Nord-Süd-Fernbahntunnels unter der Mitte Berlins werden zwei neugebaute Seitenbahnsteige für Regionalzüge in 'Berlin-Lichterfelde Ost' in Betrieb genommen.

Der S-Bahnsteig hatte früher an seinem Nordende einen Übergang zum Regionalbahnsteig. Diesen Übergang kann man auf dem S-Bahnsteig noch erkennen. Die beiden neuen Seitenbahnsteige wurden komplett neu gebaut. Es wurde für den Bahnsteig der Züge Richtung Süden der alte Zugang vom Fernbahnsteig wiederverwendet, für den Bahnsteig Richtung Norden wurde ein neuer Zugang gebaut. Beide neuen Zugänge wurden mit je einem Aufzug ausgestattet.

Von 1954 bis 1984 hielt nur die S-Bahn in Lichterfelde Ost, von 1984 bis 1995 nicht mal diese.

Bis 1939 fuhr die S-Bahn zwischen 'Lichterfelde Ost und dem 'Potsdamer Vorortbahnhof', nach 1939 fuhr die S-Bahn durch den im September 1939 durchgehend eröffneten Nord-Süd-Tunnel der S-Bahn. Die Strecke von Lichterfelde wurde mit der S-Bahn Strecke, die zwischen 'Bernau' und dem 'Stettiner Bahnhof' fuhr, verbunden. 1943 wurde die Strecke im Süden bis Lichterfelde Süd verlängert. Nach der Reparatur des S-Bahn-Tunnels wurde die Strecke 1950 bis nach 'Teltow', dem jetzigen Regionalbahnhof an der Mahlower Straße, verlängert. Nach dem Mauerbau fuhr die S-Bahn bis 1984 zwischen 'Heiligensee' und 'Lichterfelde Süd'.

Nach der Übernahme der S-Bahn in Berlin (West) durch die BVG 1984 wurde die Strecke eingestellt und erst nach der Maueröffnung, und zwar 1995, wieder in Betrieb genommen. Die Züge fuhren zuerst von 'Lichterfelde Ost' nach 'Tegel', ab September 1998 wurde die Strecke bis 'Lichterfelde Süd' im Süden, im Dezember 1998 nach 'Hennigsdorf' im Norden und im Februar 2005 bis zum neuen Bahnhof 'Teltow Stadt' im Süden verlängert. Der Bahnhof 'Teltow Stadt' liegt ca. 2 km östlich vom alten Teltower Bahnhof, der am 28. Mai 2006 als Regionalbahnhof wieder eröffnet wurde.

Ende August 2007 wurde begonnen, den Bahnhofsvorplatz an der Lankwitzer Straße umzubauen, um die Zufahrt der Parkpalette des neuen Einkaufszentrums an der Lankwitzer Straße über den Vorplatz zu führen. Die Umbaumaßnahen dauerten, bis auf einige Nacharbeiten wie neue Ampelanlage und Fertigstellung der Beleuchtung, bis Anfang Oktober 2007.
Für den Umbau wurde die Endhaltesteller der Bus-Line 117 vom Vorplatz zum Oberhofer Platz verlegt. Auch ist der Taxi-Halteplatz entfallen.
Beim Umbau wurde die Drückampel durch eine 'richtige' Einmündungsampel ersetzt. Weiterhin wurde die Bushaltestelle auf der Bahnhofseite der Lankwitzer Straße 'auf' den Vorplatz verlegt und die Haltestelle in Gegenrichtung etwas weiter von der Ampel entfernt.
Die ist notwenig, da für die Zufahrt zur Parkpalette je eine Rechts- und eine Linksabbiegespur an der Ampel angelegt wurde.
Nach Abschluss der Umbauarbeiten halten jetzt die Busse der Linien X11, M11, 184 und 284 an der neuen Haltestelle. Die Busse der Linie 117 haben ihre Endhaltestelle im vorderen Bereich der Haltestellenanlage.
Die Taxi-Innung hatte als neuen Standort des Taxi-Standpatzes die Ferdinandsraße vorgeschlagen, diesem wurde, wegen des Wochenmarktes und des B├╝cherbus-Standplatzes am Kranoldplatz, nicht stattgegeben.
Es wurde jetzt ein neuer Standplatz, f├╝r zwei Taxi, vor der noch nicht fertig gestellten Ampel, am Anfang der Rechtsabbiegespur zur Parkalette, eingerichtet.
Hier eine klein Animation der Zustände:

Umbau des Bahnhofsvorplatz (GIF-Film)

 


Der Bahnhof 'Groß Lichterfelde Ost'
Bild des Bahnhofs 'Groß Lichterfelde Ost', um das Jahr 1900 Bahnhofsvorplatz des Bahnhofs  'Groß Lichterfelde Ost' am Jungfernstieg, um 1930
von der Lankwitzer Straße aus gesehen
um 1900
Bahnhofsvorplatz des Bahnhofs
am Jungfernstieg, um 1930
Bilder des Bahnhofs 'Berlin-Lichterfelde Ost', 2006 Bahnhofsvorplatz des Bahnhofs  'Berlin-Lichterfelde Ost' am Jungfernstieg, 2006
Bilder des Bahnhofs 'Berlin-Lichterfelde Ost', 2006 Bahnhofsvorplatz des Bahnhofs
am Jungfernstieg, 2006
Gleisplan des Bahnhofs 'Berlin Lichterfelde Ost' aus dem Jahre 1955  
Gleisanlagen des Bahnhofs
'Berlin Lichterfelde Ost', 1955
 

Eine Erläuterung zu diesen Bildern erhalten sie, wenn sie auf das jeweilige Bild klicken




Weitere Seiten im Web:
Stadtschnellbahn-Berlin.de
Bahnstrecken im Süden Berlins
Die Anhalter Bahn, von 1995 bis heute

Lichterfelde Ost, Lichterfeldes schönste Ecke ;-)

Das Layout basiert auf einem Layout-Beispiel von Stefan Münz SelfHTML:
http://de.selfhtml.org/css/layouts/fixbereiche.htm#definieren